NARAH SOLEIGH

1. Liebe Katrin, lieber Finn, ich freue mich sehr, dass ich euch und Narah Soleigh als Teil unserer Female Founder Community vorstellen darf. Erzählt doch gerne ein wenig über euch und euer Unternehmen.

Wir freuen uns auch sehr Teil eurer Female Founder Serie zu sein - vielen lieben Dank. Wir haben 2019 unser nachhaltiges Swimwear & Fair Fashion Label Narah Soleigh gegründet. Wie man ja schon herauslesen kann, gibt es bei uns u.a. Bikinis, Badeanzüge und Frauenbekleidung - alles was das (modebewusste) Frauenherz eben begehrt. Als wir 2019 unser Label gegründet haben, fand ich es persönlich super schwer, nachhaltige Mode zu finden, mit der ich mich identifizieren kann, die den Zeitgeist trifft und keinen Öko-touch versprüht. Da sind uns Labels aus Australien z.B. um Lichtjahre voraus. Mittlerweile hat sich dies schon gebessert und die Auswahl wird stetig größer, aber es gibt definitiv immer noch sehr viel Room for Improvement.

Was uns einzigartig macht? Ich denke, dass es hier ein Zusammenspiel vieler Sachen ist, die uns zu dem Label machen, das wird sind. Wir legen beispielsweise großen Wert darauf, Nachhaltigkeit & faire Arbeitsbedingungen in unserer gesamten Wertschöpfungskette zu integrieren und nicht nur in einzelnen Aspekten. Dies sollte heutzutage eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein - ist es aber leider nicht. Dass die ästhetische Komponente dabei nicht zu kurz kommen darf, ist meiner Meinung nach mit das Wichtigste und darauf fokussieren wir uns besonders: Nachhaltigkeit & Ästhetik miteinander zu verbinden - trendy aber zeitlos. Wir freuen uns zu sehen, dass das Sustainable Fashion Movement immer größer wird und es ist schön zu sehen, dass mittlerweile viel mehr Menschen bewusster konsumieren, aber wir möchten mit unserer Mode auch Frauen erreichen, die dem Thema eventuell noch skeptisch gegenüberstehen bzw. noch ein veraltetes Bild von Sustainable Fashion haben.

2. Wie entsteht ein neues Narah Soleigh Kleidungsstück und was ist euch dabei wichtig?

Zu Beginn eines neuen Kleidungsstücks ist ehrlich gesagt alles noch relativ chaotisch. Ich hab so viele Ideen, die alle in meinem Kopf rumschwirren - die Challenge hierbei ist es erst einmal, alle Ideen zu ordnen und strukturiert auf’s Papier zu bringen. Dafür sind Moodboards (Ideen Collagen) die beste Lösung & meine persönlichen Retter. Hier kann ich einfach alles einfügen - Farben, Muster, Schnitte, Details etc.

Ich bin ein sehr visueller Mensch, d.h. für mich ist es wichtig, meine Ideen gebündelt zu sammeln. Dann nimmt alles mehr Form an, erste Skizzen werden gezeichnet, Details und Farbkombinationen werden hinzugefügt etc. Mit die schwierigste Aufgabe ist es tatsächlich, die passenden Stoffe zu finden, da wir sehr hohe Ansprüche haben, was Qualität angeht. Leider ist es noch immer so, dass die Auswahl an nachhaltigen Stoffen vergleichsweise begrenzt ist. Rund 70% der heutzutage gefertigten Kleidungsstücke bestehen zum Großteil aus synthetische Fasern aka Plastik, welche aus Kohle, Erdöl und Erdgas hergestellt und in einem chemischen Prozess zu Fasern verarbeitet werden. Der Grund ist zum einen der günstige Einkaufspreis für die Stoffe, zum anderen Eigenschaften wie Leichtigkeit, Haptik & Elastizität aber auch kein knittern und schnell trocknen. Daran hat man sich gewöhnt und natürlich erwarten Kundinnen und Kunden ähnliche Eigenschaften bei nachhaltiger Mode, was oftmals nicht so leicht ist. Naturfasern weisen dafür andere Charakteristika aus, welche den synthetischen keineswegs nachstehen. Sie sind u.a. allergikerfreundlich, gut zur Haut, absorbieren Feuchtigkeit sehr gut und sind geruchsneutral. Das Thema ist so komplex, dass ich darüber noch stundenlang reden könnte, aber das heben wir uns lieber für ein anderes mal auf. :)

Was die Entwicklung von neuem Apparel & neuer Swimwear angeht, beobachten wir in der Regel über längere Zeiträume Trends, die sich weltweit bewähren. Ich bin ständig dabei, Ideen zu sammeln und mit der Zeit formt sich dann ein genaueres Bild eines Bikinis oder Kleidungsstückes. Dieser Prozess dauert manchmal länger, manchmal kürzer. Aber von der Idee bis zur Lieferung des finalen Produktes kann es gut 6-12 Monate dauern, teilweise auch länger. Daher müssen wir viel forecasten was natürlich eine Challenge ist, weil man sich nie sicher sein kann, was nächstes Jahr angesagt ist. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass die Designs zeitlos sind, aber eben trotzdem trendy. Und das eigene Bauchgefühl spielt natürlich auch eine große Rolle. Für nächstes Jahr wollen wir unsere Apparel Kollektion signifikant erweitern, d.h. ihr könnt euch auf luftige Sommerkleider, Blusen, Hosen und Tops freuen. Die Bikini Kollektion steht jetzt schon mehr oder weniger fest und ich sag nur soviel - wir sind verliebt! Die Designs & Stoffe sind ein Traum und wir können es kaum abwarten, diese zu launchen.

3. Was war bisher eure größte Hürde während der Gründung und was euer größter Erfolg?

Puh, wo sollen wir da bloß anfangen. Die größte Hürde war wahrscheinlich die 100%-ige Selbstfinanzierung unseres Unternehmens. Vor Narah Soleigh hatten wir das Glück direkt nach dem Studium für globale Unternehmen arbeiten zu dürfen (was uns aber keinen Spaß bereitet & uns nicht erfüllt hat), haben diese 2019 gekündigt, unser gesamtes Erspartes zusammengelegt, die Sicherheit hinter uns gelassen und sind volles Risiko eingegangen. Der größte Erfolg war somit, dass sich das alles ausbezahlt gemacht hat und es sich lohnt, seiner Passion nachzugehen und auf sein Bauchgefühl zu hören. Natürlich gab & gibt es immer wieder Hürden, aber auch damit lernt man umzugehen und let’s be honest - wenn alles immer wie am Schnürchen laufen würde, wär’s ja auch langweilig, oder? :)

4. Ihr seid nicht nur Co-Founder im Business sondern auch im privaten Leben Partner. Wie strukturiert ihr euren Alltag bzw. wie teilt ihr eure Aufgaben ein? Versucht ihr Business und Privates voneinander zu trennen?

Das ist tatsächlich eine Frage, die wir SOOOO oft gestellt bekommen. Für viele ist die Idee mit seinem Partner zu arbeiten unvorstellbar, aber wir könnten nicht happier sein. Business und Privates voneinander zu trennen ist glaub ich ein Ding der Unmöglichkeit wenn man zusammenlebt und arbeitet - aber das muss nichts negatives bedeuten. Ich glaube, wenn man sein eigenes Unternehmen führt, ist die Definition von Arbeit eine andere und man verbindet da nicht zwingend etwas “lästiges” mit. Wir finden es schön, neue Ideen immer gleich miteinander teilen zu können, an neuen Projekten zu arbeiten und Sachen zusammen zu planen. Finn ist größtenteils für die finanziellen, operativen, werbetechnischen Aspekte von Narah Soleigh zuständig (inkl. Social Media), ich hingegen kümmere mich um den kreativen Part, also um Designs, Produktfotografie, Fotoshootings, PR, Partnerships sowie Logistik. Wobei es auch sehr oft vorkommt, dass wir füreinander einspringen, wenn der andere gerade keine Zeit.

5. Welche drei Key-Learnings aus euren Gründerjahren würdet ihr anderen Gründer*innen mit auf den Weg geben wollen?

1.) No Pain, no Gain: Die Tage & Nächte sind extrem lang, 9-5 war mal und man bekommt vor allem zu Beginn der Gründung nicht mal ansatzweise das zurück, was man an Arbeit reinsteckt. Das ist normal und darauf muss man vorbereitet sein, aber sobald der Stein erstmal ins Rollen kommt und man seine ersten Mini-Erfolge feiert, ist der Stress & Kummer auch wieder ganz schnell vergessen. Trust the Process & mach weiter. Hürden werden immer aufkommen - auch wenn man schon erfolgreich & etabliert ist - aber die Kunst ist diese gekonnt zu bewältigen und hinter sich zu lassen.

2.) Customer Centrality: Unsere KundInnen sind das Herzstück unserer Marke, ohne sie würde es uns nicht geben und wir hätten nicht die Möglichkeit, weitere tolle Sachen zu machen. Es ist daher schon wichtig, die Kundinnen & Kunden am Unternehmen teilhaben zu lassen und diese auch mal mit hinter die Kulissen zu nehmen.

3.) Trust the Process & zieh durch: Wie bereits erwähnt - Hürden werden immer aufkommen, auch wenn man schon erfolgreich & etabliert ist. Die Kunst ist, diese gekonnt zu bewältigen und hinter sich zu lassen. Selbstzweifel werden immer wieder aufkommen, es kann teilweise auch sehr emotional werden, aber auch das ist Teil der Journey. So geht es jedem und wenn man seine Vision vor Augen hat, sich selbst treu bleibt und immer 110% gibt, kommt alles andere von allein. Man braucht nur einfach nur eine gesunde Prise Geduld - manchmal mehr, manchmal weniger. In so Momenten ist es auch wichtig, sich anderen gegenüber mitzuteilen und Rat & Hilfe anzunehmen. Dabei merkt man ganz schnell, dass man nicht alleine ist & jeder seinen eigenen Rucksack voller Sorgen und Challenges hat. Darüber zu reden hilft meistens schon Wunder.

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Zur Website: www.narahsoleigh.com

Zu Instagram: @narah.soleigh