SKIN MATTER

1. Liebe Olga, ich freue mich sehr, dass ich dich und SKIN MATTER als Teil unserer Female Founder Community vorstellen darf. Erzähl doch gerne ein wenig über dich und dein Unternehmen.

Hey Lisa, danke, dass du für deine Female Founder Initiative an mich gedacht hast! Ich finde, es ist super wichtig, dass Frauen sich gegenseitig mehr unterstützen und mehr Transparenz über den Gründungsweg schaffen!

Transparenz ist im allgemeinen ein wichtiges Wort für mich, denn es war oft für mich nicht klar, was denn genau hinter allen diesen komplizierten Namen in der Inhaltsstoffliste (INCI List) steckt, bei den zahlreichen Produkten, welche wir jeden Tag nutzen. Auch bei solchen banalen Sachen, wie die Zahnpasta oder die Seife, die Zutaten sind oft so kryptisch, dass es unmöglich für den Endkonsument ist, zu verstehen, was letztendlich benutzt wird.

Dann habe ich angefangen zu googeln und zu recherchieren und zwar 5 Jahre lang! In der Mehrheit der Fälle war ich schockiert, denn die Produkte waren oft “leer” oder gar nicht so gut für die Haut. Zu stark beduftet, mit wenigen oder keinen hochwertigen Zutaten oder überhaupt nicht mild und schonend für die Haut. Kennst du dieses Gefühl wenn du total enthusiastisch eine neue Creme oder Reiniger kaufst und es macht gar nichts oder sogar alles noch schlimmer? Total frustrierend! 

So langsam, etwas aus diesem Frust und auch aus der Begeisterung für die tollen Produkte, welche ich auch parallel gefunden habe, wurde der Online Shop skin-matter.com geboren.

Durch sorgfältige Kuration wollte ich die Plattform für Europäische Nischen Skincare und Self-Care Produkte kreieren, die nicht nur gute und effiziente Zutaten haben, sondern auch nachhaltig und innovativ sind, wenn es um Produktion und Packaging geht. Ich konnte nichts Ähnliches in Deutschland finden, was sich ausschließlich mit Skincare aus Europa beschäftigt und diesen holistischen Ansatz hat. Das war also ein Signal für mich!

Wegen meines digitalen Backgrounds in Entertainment war es für mich relativ schnell klar, dass die Seite eine Discovery Plattform werden soll, wo man neue Marken entdeckt, welche nicht unbedingt konventionell oder kommerziell sind; dass die Seite bunt und fröhlich sein soll, nicht gewöhnlich weiss und dass es klar sein soll; dass unsere Haut perfekt, so wie sie ist, ist. Sie zu akzeptieren und zu pflegen, ist Prio Eins für SKIN MATTER.

2. SKIN MATTER bietet eine kuratierte Auswahl an Nischen- und Naturkosmetik an. Wie wählst du die passenden Marken für deinen Shop aus?

Kurz im Voraus: es ist wichtig zu erwähnen, dass auch Naturkosmetik in einem Labor entwickelt wird. Alles ist Chemie, aber nicht alles muss chemisch oder synthetisch sein. Ich stehe für die Wissenschaft, welche die Zutaten aus der Natur nimmt und durch viele Tests und Recherche ein Produkt schafft, das effizient ist und wirklich was bringt. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Hautpflege eine individuelle Sache ist und man auch die natürlichen Zutaten nicht vertragen kann. Naturkosmetik, Clean Beauty, Green Beauty sind oft einfach Buzz Words, keine Garantie, dass das Produkt für jeden perfekt passt. Ich will die Transparenz schaffen, dass der Endkonsument selber entscheiden kann und vor allem wirklich verstehen kann was man kauft.

Ich wähle selten die gesamte Collection bei eine Marke, oft sind nur ausgewählte Produkte dabei, von welchen ich 100% überzeugt bin. Ich schaue vor allem ob die Marke in Europa produziert ist und ob alle Inhaltsstoffe Sinn machen. Bei mir klingeln alle Alarmglocken, wenn das Produkt mit unnötigen Alkohol oder Duftstoffen beladen ist. Wie die Marke etabliert ist, ist für mich gar nicht so wichtig. Aus Marketingsicht macht das mir meine Aufgabe nicht leichter, ich glaube aber an gute Produkte, gute Gründer(rinnen) und dass es eine Plattform geben muss, auch für “die weniger Bekannten”. Zu guter Letzt ist natürlich Packaging für mich sehr wichtig, es muss nicht nur attraktiv und spannend sein, dieses Produkt zu nutzen, sondern auch so viel wie geht neutral für unseren Planet sein. Ich finde, das übertriebene Packaging ist unkreativ und weniger ist einfach mehr. 

3. Du hast deinen Online-Shop fast komplett selbst gebaut - wow! Wie bist du hier vorgegangen? Wie hast du angefangen, wo hast du dir deine Infos geholt?

Hier funktioniert am besten die alte, einfache Regel: Trial and Error. Es ist super wichtig, sich mit anderen Gründer und Experten auszutauschen, aber keiner kann dir eine Garantie oder Bullet Proof Empfehlung geben, was du für deine Idee brauchst. Ich habe mit Squarespace meine Seite selber gebaut und es war am Anfang genau was ich benötigt habe, super viel gelernt, super viel Fehler gemacht, schnell optimiert und weiter gegangen. Das gute an einem Start Up ist, dass du viel testen und schnell reagieren kannst.

Aktuell, habe ich mich entschieden, weg von Squarespace zu gehen und auf Shopify zu wechseln. Wenn du nicht 20 Jahre Erfahrung in E-Commerce hast, weisst du am Anfang nicht genau, welche Funktionen oder Integrationen für dich relevant sind . Nach mehreren Monate live, sammelst du das Feedback und Erfahrungswerte und kannst damit weitere Entscheidungen treffen. Ich habe aktuell über 250 Produkte online, von daher muss ich mir jede grosse Änderung gut überlegen, da sie schon 1-2 Monate Arbeit entspricht.

Squarespace ist ein Drag and Drop System, mit welchem du ziemlich schnell tolle Designs aufbauen kannst, aber sind die dann wirklich SEO optimiert, können die Suchmaschinen deine Seite gut “lesen”, hat die Seite genug Features wie Filter, zum Beispiel? Das erfährt man alles im Prozess wenn du schon drinnen bist. Es kann schnell sehr technisch werden, aber bleibt immer spannend. 

4. Was sind deine wichtigsten Learnings aus deinem ersten Gründungsjahr?

Kill your darlings! Wenn man eine Idee entwickelt und dafür brennt, besteht die Gefahr, dass die Idee obwohl sie kristallklar in deinem Kopf ist, trotzdem verwirrend für deine Zielgruppe sein kann. Botschaften wie Cruelty Free, Made in Europe, Plant Based, Plastic Free, Nische sind alle sehr wichtig, können aber zu viel auf einmal werden. Geniale Ideen sind oft einfach und schnell zu erklären. So muss es für deine Oma und auch für ein 5 jähriges Kind klar sein, was ist das, was du machst. Das habe ich etwas am Anfang unterschätzt und zu kompliziert gedacht. Es muss aber nicht zu komplex sein, von daher probiere ich jetzt mehr Leichtigkeit in die Kommunikation und SKIN MATTER Vision zu bringen.

"Geniale Ideen sind oft einfach und schnell zu erklären. So muss es für deine Oma und auch für ein 5 jähriges Kind klar sein, was ist das, was du machst." 

Und eine andere Sache ist, dass Gründen bedeutet, sich 5% mit deinem Produkt zu beschäftigen und der Rest mit Marketing, Finanzen, Steuer, Buchhaltung, Verträge, Registrierungen und so weiter. Verstehe mich nicht falsch, es ist auch irgendwie super spannend, da du das ja für dein Baby machst! Aber insgesamt, Gründer zu sein, auch wenn das super empowering und spannend ist, ist auch on a daily basis weniger romantisch. Das muss man bevor man gründet bewusst angehen. Nicht alle Aufgaben sind sexy und nicht alles macht immer Spaß, aber man muss einfach durch, weil keiner ausser dir das machen kann. Es ist ein langer, langer Marathon und dafür braucht man gute Ausdauer! 

5. Tipps für andere Gründerinnen: Was sind für dich die drei wichtigsten Essentials, die ein Online-Shop haben sollte?

1) Hab kein Angst Fehler zu machen und nicht auf alles sofort eine Antwort zu haben. Es ist normal. Du gründest nicht, weil du alles kannst, das ist ja nicht mal möglich, sondern weil du Unternehmergeist hast und neue Konzepte in die Welt bringen willst. Mit anderen Worten: Sei einfach du selbst und probiere, dich in dein Business selber zu reflektieren. Es wird authentisch und echt und das hat kein anderes, egal wie groß deren Marketing Budget ist, keiner kann alles machen genau so wie DU.

2) Sprechen und austauschen mit anderen Gründer, Experten und auch deiner Zielgruppe ist ein weiterer wichtiger Punkt! Konstruktives Feedback ist alles für dich am Anfang. Manchmal hast du nicht genug Distanz mit deiner Idee, da du jeden Tag damit beschäftigt bist. Von daher sammle alles was du hörst wie ein Schwamm und treffe deine Entscheidungen. Es wird nie alles immer perfekt, aber es wird überlegt und ausgewertet in deinem Kopf. 

3) Egal welche Idee du hast, es muss irgendwas sein, was du liebst mit deinem ganzen Herzen. Klingt trivial, ist aber nicht zu unterschätzen. Für mich ist Skincare einfach viel mehr als eine Creme oder Toner, es ist Teil der Beziehungs zu sich selber. Skincare Ritual hat was magisches an sich, denn es ist DEIN Moment, in dem du dich um sich selbst kümmerst. Wenn du die Idee, die du liebst mit anderen teilen möchtest, dann gibt dir das Kraft und Geduld, wenn du mit Problemen oder grossen Herausforderungen zu tun hast.

4) Und vielleicht ein kurzer Tip noch für die Grande Finale wenn du überlegst ob du gründen sollst oder wenn du schon dabei bist und bist mit deine Ideen und Entscheidungen nicht immer 100% sicher, erinnere dich etwas öfter, dass du solltest weniger nachdenken und dich verzweifeln, sondern “einfach machen”! :) 
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Zur Website: www.skin-matter.com

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