WYNE

1. Liebe Nelly, ich freue mich sehr, dass ich dich und WYNE als Teil unserer Female Founder Community vorstellen darf. Erzählt doch gerne ein wenig über dich und dein Unternehmen.

Liebe Lisa, ich freue mich riesig, Teil deiner Female Founder Community zu sein – vielen Dank für diese Chance! Ich bin Nelly (30), wohne in München und habe letztes Jahr wyne gegründet – ein richtiges Corona-Startup, zum 1. Lockdown im Homeoffice gestartet. Meine Leidenschaft zu Wein hat schon relativ früh begonnen, obwohl ich aus Celle, der Nähe von Hannover komme. Also wirklich keine Weinbau Region. Mit 15 Jahren war ich im Kino und habe einen Film gesehen (Ein gutes Jahr), der auf einem französischen Weingut spielt. Mit viel Romantik, mitten in den Weinbergen. Das hat mich fasziniert. Meine ersten echten Erfahrungen und meine Ausbildung zur Winzerin habe ich auf einem Weingut in Süddeutschland gemacht. Im Anschluss habe ich Internationale Weinwirtschaft studiert und auf renommierten Familien-Weingütern gearbeitet. Und jetzt habe ich zwar kein eigenes Weingut, aber bin Geschäftsführerin von wyne - das erste urbane Weingut Deutschlands.

Während meiner Zeit in der Weinbranche ist mir zunehmend aufgefallen, dass Wein stets verkompliziert wird. Mit wyne will ich das ändern, indem ich die Einfachheit in den Fokus stelle: Unsere Kunden sollen sich nicht durch eine riesige Auswahl kämpfen müssen, um dann doch wieder bei irgendeinem Wein zu landen. Genuss statt Elitismus. Mit meiner Expertise als Winzerin garantiere ich dafür, dass wir ausschließlich qualitative sowie leckere Weine anbieten. 

2. In eurem feinen Sortiment bietet ihr veganen Wein an. Was genau bedeutet veganer Wein und wie wird er hergestellt?

Während der Weinherstellung werden im Klärungsprozess von Weinen (auch Schönung genannt) tierische Proteine verwendet, z.B. Eiklar oder auch Gelatine. Unsere Winzer verwenden zur Klärung des Weins vegane Hilfsmittel. Im Weinbereich muss dies noch nicht zwangsläufig auf der Flasche stehen, aber wir finden, dass man auch damit transparent umgehen sollte. Darüber hinaus liegt es mir am Herzen, dass unsere Winzer nachhaltig arbeiten, d.h. nah an der Natur, viel Handarbeit, kein Einsatz von Pestiziden. Einen Unterschied im Geschmack zwischen veganen und nicht veganen Weinen gibt es allerdings, meiner Meinung nach, nicht.

 

3. Als Winzerin bist du ja Weinexpertin! Trotzdem möchtest du mit WYNE nicht in komplizierten Fachbegriffen sprechen, sondern einfach guten Wein anbieten. Nicht für Kritiker, sondern für dich und mich. Was macht für dich einen guten Wein aus?

Für mich steht der Geschmack ganz klar im Mittelpunkt. Der Wein muss einem persönlich schmecken, ganz unabhängig von Prämierungen oder anderen Aushängeschildern. Wichtig ist es mir, wie die Winzer im Weinberg arbeiten und die Leidenschaft zu dem Produkt mit mir teilen. Es muss erkennbar sein, woher der Wein kommt und wie er hergestellt wird.

4. Warst du dem Gründen gegenüber schon immer offen oder hattest du davor Ängste, Zweifel oder andere Dinge, die dich eher davon abgehalten haben ein eigenes Unternehmen aufzubauen?

Ich hatte auf jeden Fall schon immer den Traum, mal ein eigenes Weingut zu besitzen und meinen eigenen Wein zu kreieren. Leider ist dies in Deutschland nicht ganz einfach, wenn man keinen familiären Background in der Weinwelt hat. Beziehungsweise benötigt man das gewisse Kleingeld. Daher war es für mich schnell klar, als sich die Gelegenheit ergab wyne zu gründen, die Chance zu nutzen. Ich habe zwar noch kein eigenes Weingut, aber kann mit befreundeten Winzern Weine kreieren, wie ich sie mir vorstelle. Dennoch war es für mich natürlich ganz neu, ein Unternehmen zu leiten, was auch einige Fehlentscheidungen mit sich gebracht hat. Aber daraus lernt man wahnsinnig viel. Ängste und Zweifel sind gerade am Anfang immer da. Ich habe gelernt, dass es dann besonders wichtig ist, sich mit so vielen Menschen wie möglich auszutauschen, die entweder in der gleichen Situation oder viel erfahrener sind und dir somit weiterhelfen können. Wenn ich etwas gelernt habe, dann ist es deine Ängste und Zweifel zu teilen. 



5. Welche 3 Learnings aus deinem ersten Gründungsjahr würdest du gerne mit anderen Gründerinnen teilen?


Eines meiner wichtigsten Learnings – auch aus der Frauensicht gesehen – ist definitiv, Hilfe anzunehmen. Am Anfang wollte ich allen beweisen, dass ich es auch alleine kann, aber es prasseln so viele neue Sachen auf dich ein, bei denen du irgendwann Unterstützung brauchst. Deswegen habe ich gelernt, sich mehr auszutauschen und vor allem ein Netzwerk aufzubauen, mit weiteren GründerInnen sowie UnternehmerInnen, um weiter zu kommen.

Darüber hinaus gibt es unzählige Ups and Downs. Tage, an denen du alles in Frage stellst. Aber es lohnt sich, weiter zu machen. Revue passieren zu lassen, was man bereits alles erreicht hat. Positives Feedback von außen hilft hier natürlich auch besonders!

Last but not least – es braucht alles mehr Zeit als man einplant! Und genau dann lohnt es sich manchmal, sich mit bestimmten Dingen mehr Zeit zu lassen. Bei uns war es zum Beispiel das Design unserer Etiketten. Wir haben mehrere Extrarunden gedreht und Umfragen gemacht, um das perfekte Design zu finden. Das hat zwar unseren Launch bestimmt einen Monat nach hinten verschoben, aber heute kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat und sowohl wir als auch unsere Community unser Design lieben. 

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Zur Website: www.wyne.de

Zu Instagram: @wyne.de