DEAR DARLING BERLIN X FEMALE FOUNDER STORIES

ALINA klemm 



1. Liebe Alina, ich freue mich sehr, dass ich dich und das Label Alina Klemm als Teil unserer Female Founder Community vorstellen darf. Erzähl doch gerne ein wenig über dich und dein Unternehmen.


Liebe Lisa, vielen Dank, dass ich Teil der Female Founder Community sein darf!


Gerne stelle ich mich kurz vor, ich bin Alina, eine 27 jährige Hamburgerin und Gründerin des Labels Alina Klemm. Mich begeisterte vor allem schon in jungen Jahren die Entwicklung einer Idee bis zum fertigen Produkt. Dir sind in der Mode keine Grenzen gesetzt, du bist absolut frei in den Formen, kannst deine Gefühle ausdrücken, Statements setzen und die Modewelt durch dein Bewusstsein prägen. Also war es für mich klar, dass ich nach meinem Abitur meinen Traum verwirklichen wollte und Mode-/ Textildesign in Hamburg studierte. 


Durch mein Studium entwickelte ich einen neuen Blick auf die Modebranche, Wertschätzung von Kleidung, Qualität und Nachhaltigkeit rückten in den Vordergrund. Meine Kollektionen wurden seit Beginn des Studiums schon immer durch die Verbundenheit zur Natur geprägt und ich ließ regelmäßig meine Reiseerlebnisse, wie beispielsweise meine Reise durch Namibia, einfließen. Im Mai 2020 war es dann endlich soweit, ich entschloss mich für den Schritt in die Selbstständigkeit und startete in einem kleinen Eppendorfer Atelier mit meinem Modelabel Alina Klemm.


Was mich und mein Label so einzigartig macht?

Ich setze viel Wert auf einzigartige Designs, zweimal jährlich werden nach einer intensiven Entwicklungsphase hochwertige und limitierte Kollektionen präsentiert. Mir ist es wichtig, dass ich ein nachhaltiges Bewusstsein damit erreichen kann, deswegen produzieren wir on demand, damit wir unnötigen Produktionsüberschuss vermeiden können. Hochwertige Verarbeitungen, Stoffe und Materialien sorgen für ein langlebiges Produkt und natürlich möchte ich auch eine faire Produktion garantieren können, weswegen alle Produkte nachhaltig und unter fairen Arbeitsbedingungen in meinem Atelier und einem weiteren Standort in Norddeutschland produziert werden.

2. Bis ein fertiges Kleidungsstück in deinem Atelier hängt ist es ein sicher ein langer Weg! Wie sieht ein klassischer Produktionsprozess bei dir aus? 


Oh ja, der Weg ist wirklich sehr lang und zeitaufwendig! Das Label Alina Klemm präsentiert zwei Kollektionen im Jahr, also Frühling/Sommer und Herbst/Winter. Somit bleibt pro Kollektion ca. ein halbes Jahr Zeit, um eine Idee in ein fertiges Produkt umzuwandeln. Ich bin kein Typ, der sich an den Schreibtisch setzt und dann kommen auf einmal alle Ideen. Meistens kommt eine Kollektionsidee ganz spontan, ich lass mich komplett durch mein Umfeld inspirieren. Besonders Landschaften, Gefühle und kleine Details geben mir den nötigen Spirit. Wenn der Grundstein gesetzt ist, starte ich mit den Entwurfszeichnungen, dabei lasse ich mich gerne von aktuellen Trends, Stimmungen und Farben leiten.


Parallel recherchiere ich nach passenden Stoffen, da das häufig eines der zeitaufwendigsten Themen ist. Mit den Stoffen steht und fällt die komplette Kollektion. Besonders auf die Qualität und auf die Faserzusammensetzung lege ich großen Wert. Nachdem die finalen Entwurfsskizzen stehen, werden die Schnitte angefertigt. Dafür investiere ich gerne viel Zeit, da ich großen Wert auf perfekt sitzende Schnitte lege.


Gemeinsam mit einer Schnittdirectrice werden die Schnitte anschließend vollendet und für die Produktion vorbereitet. Folgend fertige ich zu jedem Produkt ein Muster an, diese werden später für die Shootings oder auch für Ausstellungen benutzt. Nach dem Shooting sind wir schon fast bei der Kollektionsveröffentlichung, Kleinigkeiten wie Labels, Packaging, Lookbooks und natürlich die Website werden angepasst und dann steht der limitierten on demand Kollektion nichts mehr im Weg.



3. Was bedeutet Slow Fashion für dich?


Slow Fashion ist ein sehr wichtiges Thema für mich und ein Leitfaden meines Labels. Bereits meine Abschlussarbeit habe ich auf das Thema Slow Fashion ausgelegt. Es ist wichtig, dass man sich bewusst macht, wie viel Aufwand und Zeit hinter einem Produkt steckt. Slow Fashion soll kein Verzicht auf Mode oder die neuesten Trends bedeuten, sondern ein bewusstes Einkaufen. Wir benötigen keine 12 Kollektionen im Jahr, wovon soviel überproduziert wird, dass ein Großteil der Produkte vernichtet wird, um Platz für die nächste Kollektion zu schaffen. Für mich absolut unverständlich! Wertschätzung von Kleidung und die Qualität stehen bei mir im Fokus. Im Gegensatz zu den Fast Fashion Brands setze ich mit meinem Label auf hochwertige und langlebige Kollektionen. 


Alle meine Kollektionen sind limitiert und werden auf Auftrag produziert, um unnötige Überproduktion zu vermeiden. Wenn mal doch Stoffreste übrig bleiben, werden daraus wunderschöne Scrunchies gefertigt. Die Stoffe und Materialien werden in der EU eingekauft und anschließend erneut ausgiebig kontrolliert. Alle Produkte des Labels Alina Klemm wurden bisher sogar noch von mir angefertigt und ich freue mich darüber, dass ich ab der Winterkollektion im September Unterstützung in Norddeutschland bekomme.

4. Gab es Hürden oder Schwierigkeiten, die du in deinem ersten Jahr als Gründerin erlebt hast und wenn ja - wie bist du damit umgegangen?


Ich glaube meine größte Hürde war es, dass ich mit dem 1. Corona Lockdown gestartet bin. Ich musste mein Konzept neu entwickeln, denn eigentlich standen kleine Events und Designmärkte im Fokus. Das war natürlich so gut wie gar nicht möglich, aber ich habe vor allem durch meine Kunden die Kraft bekommen, weiterzumachen und umzudenken. Natürlich hatte ich Höhen und Tiefen, aber ich habe daraus gelernt und mich weiterentwickelt. Ich habe ein neues Konzept entwickelt, welches das Alte für die Zukunft aber nicht ausschließt. Es ist wichtig gedanklich flexibel zu bleiben und sich nicht an einer Idee festzubeißen.


5. Dein Beruf ist geprägt von Kreativität und neuen Ideen (z.B. für neue Styles). Welche Tipps kannst du anderen Gründerinnen geben, ihre Kreativität und ihre Ideen zu visualisieren, zu strukturieren?


Gute Frage! Ich zeige dir meine liebsten Tipps, wie ich meinen Gedankenchaos strukturiert bekomme.


Behalte einen kühlen Kopf

Ich habe Phasen, da sprudelt es nur so vor Ideen, dabei ist es aber wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren. Lass dich nicht von deinen eigenen Ideen verwirren oder gar verunsichern!


Mach dir Notizen

Überall in meinem Zuhause liegen Zettel und Stift bereit, da ich vor allem Nachts oder auch unter der Dusche die besten Ideen bekomme. Die notiere ich mir dann sofort oder zeichne sie auf. Mir hilft es anschließend aber auch sehr, die Notizen ein paar Tage ruhen zu lassen und dann erneut drauf zu schauen. Ist die Idee immer noch so gut? Oder ist sie vielleicht doch ausbaufähig? Ich kann dann objektiver die Ideen bewerten und diese besser zuordnen.



Kill your Darling!

In meinem ersten Modedesign Semester meinte mein Dozent während einer Kollektionsblockade zu mir „Kill your Darling“. Setze nicht zu sehr auf eine Idee, nur weil sie dir persönlich am besten gefällt. Wäge ab, ob sie in dein Konzept passt und ob deine Kunden die Ideen verstehen würden


Erstelle eine Prioritätenliste

Du kannst nicht alle Ideen gleichzeitig umsetzen. Erstelle dir eine Liste deiner Ideen und fang an sie zu gliedern und priorisieren. Vielleicht schließt die eine Idee sogar die andere aus. So kannst du dir eine perfekte Übersicht schaffen, einen Zeitplan entwickeln und fühlst dich nicht von der Ideenflut überfordert.


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Wenn du mehr über Alina und Atelier Alina Klemm erfahren möchtest, schaue gerne hier vorbei:


Zur Website: www.alinaklemm.de

Zu Instagram: @atelier.alinaklemm